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Mein rechtes Bein

Bein

Dies ist mein rechtes Bein. Die Landschaft dieses Beines begann vor ein paar Tagen meine Aufmerksamkeit zu wecken. Irgendwo juckte es mich in den unteren Regionen. Um die Ursache der kleinen Störung herauszufinden, begann ich mein Bein genauer zu untersuchen. Dabei fiel mir auf, dass ich meinem rechten Bein schon lange nicht mehr die Aufmerksamkeit habe zukommen lassen, die es als Bein eigentlich so von Zeit zu Zeit bekommen sollte.

Nach einer Inspektion kleinerer Verletzungen verursacht von Dornen oder Gesträuch verlor ich mich in meinen Haaren. Über mein Bein zu streichen war ein wenig so, wie ein Fell zu berühren. Nur dass es sich hier um mein eigenes Fell handelt. Da die Haare ein wenig kreuz und quer stehen und auch nicht allzu lang sind, konnte ich sie in die eine wie in die andere Richtung streichen, entweder glatt nach unten oder in einem wirren Durcheinander nach oben. Und beides fühlte sich gut an. Beim Betrachten meines Fells wuchs sogar Verständnis dafür, dass sich von Zeit zu Zeit mal ein Katzenfloh in meinem Beinhaar verirrt.

Während meine Finger die Haare durchpflügten, wurden mir auch die Formen meines Beines immer deutlicher bzw. spürbarer – die unterschiedlichen Auswölbungen von Muskeln und Sehnen, die unterschiedliche Festigkeit und auch Formbarkeit einzelner Zonen. Und immer wieder ging dabei mein Weg von den eher weicheren Regionen des Oberschenkels über den „Knieberg“ zum festeren Unterschenkel bis hin zu einer sehr komplexen Region, auch „Fuss“ genannt. Ich begann auf diesem Weg zu geniessen, den Knieberg mit meiner Hand zu halten und zu umschliessen. Meine Hand wurde ein lebender Knieschützer. Auf dem Weg über die andere Seite des Beines umschloss die warme Kehle des Knies meine noch etwas kühle Faust. Das passte alles wunderbar zusammen und ich konnte mit dieser Wieder -Entdeckung dann wunderbar einschlafen.

Selbstverständlich kam am folgenden Tag auch mein linkes Bein an die Reihe …

Und dann kam mir heute noch ein Vergleich – in den vergangenen Monaten habe ich viel häufiger die Räder meines Autos untersucht, als dass ich mir meine Beine angeschaut hätte …

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